Die eiserne Königin überstrahlt die Königin der Blumen
Was verbindet eine Konservenglas-Gesellschaft und einen Produzenten motorisierter Zweiräder? Zugegeben, bis zur Recherche für diesen Beitrag wusste ich es nicht.
Es ist die Kleinstadt Bad Homburg im deutschen Bundesland Hessen, seit 1908 der Geschäftssitz und Produktionsort der weithin bekannten REX-Gläser. Dem Unternehmen standen Jean Emil Leonhardt und Friedrich Kleemann vor. Nach dem Tod Leonhardts 1918 war Kleemann alleiniger Vorstands- vorsitzender. Seine heimliche Liebe galt aber der Motorisierung von Fahrrädern. Er ließ einen Hilfsmotor für Fahrräder bauen, der im Volksmund den Namen GNOM (Geht Nicht Ohne Mittreten) erhielt. Der gleichnamige Sohn von Friedrich Kleemann hatte ein Faible für stärkere Zweiradvarianten und fuhr durchaus erfolgreich Motorradrennen. Letztlich gründete er unter dem Firmennamen HOREX (HO bezieht sich auf seine Heimatstadt Bad Homburg und REX sind die ihm zugesprochenen Nutzungsrechte des Markennamens REX) eine eigene Motorradproduktion. Das bekannteste Produkt dieser Firma ist die Type REGINA (zu deutsch: Königin), die in unterschiedlichen Modellen gefertigt wurde.
Unser langjähriges Mitglied Herbert Puchas ist, was Motorräder anbelangt, ein lupenreiner Enthusiast. Er hat im Laufe von vielen Jahren eine Palette von fünf unterschiedlichen Raritäten angesammelt, diese nach und nach restauriert, um sie dann regel- mäßig auch bei Ausfahrten zu bewegen, zu hegen und zu pflegen.
Seine HOREX Regina, 250 ccm, Baujahr 1954, leistet 17 PS. Das Fahrzeug hat von der Konstruktion her eine Besonderheit: Die hintere Bremse bedient man mit dem linken Fuß, der Gangschalthebel ist rechts platziert. Herbert kaufte die Maschine im Jahre 1992 in Varazdin/Kroatien. In den folgenden Jahren zerlegte er das Motorrad in seine sämtlichen Bestandteile, gab den Motor zur Überholung einer Werkstätte, ließ die Karosserie sandstrahlen und lackieren, die Chromteile neu verchromen und polierte selbst die Alu-Teile auf. Danach schraubte er wieder alles zusammen. Die Restaurierung nahm rund zwei bis drei Jahre in Anspruch.
Originalartikel: 2/2026 AUSTRO CLASSIC 113
